Eine Erfahrung der besonderen Art...

…mein vorletzter Tag in Südfrankreich... dieses unbeschreibliche Gefühl, wenn Du zurück zum Parkplatz gehst, und Du auf die leere Stelle schaust, wo grade noch Dein Auto stand... und jetzt kein Auto mehr steht... 1500km von zu Hause entfernt, und das Auto, in dem ALLES drin war, ist weg.... geklaut. Puh... das geht erstmal rein.

Die Engel waren jedoch am Start, schon während ich auf der Polizeiwache war, wurde mein Auto 50km weiter gefunden. Also dann los im Polizeiwagen zum Fundort. Natürlich war das Auto leergeräumt, aber auf wundersame Weise wurden die Diebe anscheinend gestört und ließen das Keyboard im Gras liegend zurück (naja, vielleicht hatten sie auch keine Lust die 32kg mit sich rumzuschleppen oder es passte nicht mehr in ihr Fluchtauto 🙂 ) ... an Trommeln hatten sie anscheinend kein Interesse, und meinen Rechner im Spezialversteck haben sie nicht gefunden... insofern großes Glück im Unglück.

Ansonsten ist mein Gepäck aber drastisch geschrumpft, alle Taschen weg, alle Klamotten, Reisekasse natürlich, mein technischer Schnickschnack samt iPhone, inEars usw., nichtmal den Kulturbeutel haben sie mir gelassen ...

Weiterreise also ohne Zahnbürste, mit einer kurzen Hose und einem einzigen T-Shirt… Alles in allem war mir nach dem Anfangsschreck aber klar, dass dies der Höhepunkt meiner Frankreichreise war. Ich bin an vielen historischen Orten gewesen, unter anderem auch in Montsegúr, Lourdes, Rennes Le Chateau, Saint Baume... und das Thema, dass sich zu Beginn dieser Reise eröffnete hieß Selbstvergebung... Frieden schließen mit den Aspekten, den ich in anderen Leben gelebt habe, um in diesem Leben mit mehr Mitgefühl auf die Welt schauen zu können. Es ging tief... richtig tief, mehr als ich je erwartet hätte... und ich werde dazu nochmal separat was in meinem nächsten Newsletter schreiben... 
Nundenn, den Höhepunkt sehe ich darin, dass mir die Situation die Selbstvergebung aus den alten Zeiten ins Jetzt geholt hat, in die unmittelbare Erfahrung. Denn natürlich hat mein innerer Kritiker schon zur Vernichtung angesetzt: Ich hab meine Sachen nicht gut vorbereitet (also Wertsachen in Spezialverstecke) , hatte mir keine GPS-Karten geholt, die man in Taschen etc. platzieren kann um sie zu orten (die ich mir vor der Reise angeschaut hatte aber dann doch nicht gekauft) , hatte nicht sicher geparkt mit all dem Zeug drin, usw. usw. ... es gab also viel, was ich mir vorwerfen hätte können: und damit im Frieden zu sein und anzuerkennen und dankbar zu sein, dass alles Wichtige bei mir geblieben ist, ist ein ziemlich cooles Gefühl. 
Und auf der anderen Seite gibt es ja noch die, die mein Auto geknackt haben... auch hier viel Potenzial zu Wut im Bauch, die sich transformieren ließ ein Mitgefühl für diejenigen, die so wenig Selbstwert in sich tragen und so weit von der Liebe getrennt sind, dass sie in ihrer Erfahrungswelt vermutlich gar nicht anders können als sowas zu tun. 

Mit all dem bin ich jetzt beschwingt und mit leichtem Gepäck unterwegs auf dem Weg nach Hause

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